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Newsletter Kommunen innovativ

Newsletter Kommunen innovativ
Nachhaltige Strategien für Kommunen und Regionen im Wandel
Ausgabe 01/2020

Drei Jahre arbeiteten die "Kommunen innovativ"-Verbundvorhaben intensiv an neuen Lösungen für den Umgang mit den Herausforderungen des demografischen Wandels. Zum Abschluss der Fördermaßnahme findet unter dem Motto "Was macht Kommunen innovativ?" die abschließende Fachkonferenz am 19. und 20. Mai 2020 in Wuppertal statt. Auf der Konferenz geben ausgewählte Verbundvorhaben Einblick in ihre Ergebnisse und die entwickelten und erprobten Instrumente für zielgerichtetes kommunales Handeln. Die thematische Vielfalt der Fördermaßnahme bildet sich in sechs Sessions ab. Präsentiert werden Ansätze zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zur nachhaltigen Innenentwicklung, für ein Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft und für Kooperationsformen mit neuen Partnern (aus der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft oder interkommunal).

Doch nicht nur hier, sondern auch in vielen weiteren Formaten bringen wir die Ergebnisse und Instrumente für innovative Kommunen ins Gespräch: In der Fachzeitschrift PLANERIN (Ausgabe 06/2019) präsentierten acht Verbundvorhaben ihre Forschungserkenntnisse im eigenen "Kommunen innovativ“-Themenschwerpunkt "Innen entwickeln". Auf dem 13. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung veranstaltete "Kommunen innovativ“ im Januar 2020 ein eigenes Fachforum. Unter dem Titel "Gemeinschaftlich finanzieren – Kooperations- und Finanzierungsmodelle für zukunftsfähige Kommunen" präsentierten die Verbundvorhaben "KoDa_eG", "Bürgerfonds" und "KIF" ihre Ansätze zur Sicherung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge vor 200 Teilnehmenden. Weitere Formate folgen, mit denen wir die spannenden Arbeiten aus der Fördermaßnahme vorstellen, z.B. ein wissenschaftlicher Sammelband zum Thema Koproduktion und eine Veranstaltung für Multiplikator*innen auf der Bundesebene.

In der Rubrik "Im Gespräch" berichten in diesem Newsletter Andrzej Sielicki (KOMOBIL2035) und Leonie Wagner (MIGOEK) von den vorliegenden Projektergebnissen und ihren Erfahrungen aus dem Projektverlauf. Sie reflektieren, wie neue Modelle und Instrumente in den Modellkommunen verankert werden können und was die Wissenschaft in die Regionen gebracht hat.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

» Neuigkeiten aus dem Netzwerk „Kommunen innovativ“

» Aktuelles aus Forschung und Praxis

» Neuigkeiten aus dem wissenschaftlichen Begleitvorhaben KomKomIn

» Im Gespräch: Jörg Lahner und Leonie Wagner ("MIGOEK")

» Publikationen

» Termine

"MIGOEK": Projektabschluss – Migrantische Ökonomien in ländlichen Regionen

Am 12. Februar 2020 fand die Abschlusstagung vom Verbundvorhaben „MIGOEK“ in Holzminden statt. Die Verbundpartner*innen präsentierten die Ergebnisse aus dem dreijährigen Forschungspraxisprozess, mit denen die Potenziale migrantischer Unternehmen für die Entwicklung ländlicher Regionen stärker in Wert gesetzt werden können, und reflektierten die entwickelten Ansätze und Instrumente gemeinsam mit den Vertreter*innen aus der Praxis.
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"AktVis": Zehn Tipps zur Innenentwicklung

In der Innenentwicklung treffen unterschiedliche Interessen aufeinander, die nur kooperativ und gemeinsam bewältigt werden können. Zum Projektende haben die Projektpartner*innen aus dem Verbundvorhaben "AktVis" ihre Ergebnisse in einem Abschlussbericht veröffentlicht. In den Handlungsempfehlungen formulieren sie zehn Tipps für eine erfolgreiche Innenentwicklung.
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"KOMOBIL2035": Abschlussveranstaltung im Januar 2020

Am 17. Januar 2020 veranstaltete das Verbundvorhaben "KOMOBIL2035" die Abschlussveranstaltung "Koordinierung von Haupt- und Ehrenamt in ländlichen Räumen / Koproduktion von Mobilitätsdienstleistungen". Die Projektergebnisse aus Forschung und Praxis wurden mit den rund 70 Teilnehmer*innen präsentiert und gemeinsam ein Blick in die Zukunft geworfen.
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"MIGOEK": Workshop "Vielfalt in der Gründungsberatung"

Im Verbundvorhaben "MIGOEK" wurde ein Workshop konzipiert, der Gründungsberater*innen auf die unterschiedlichen Bedarfe von Rat suchenden migrantischen Gründer*innen vorbereitet. Schon heute wird in Deutschland jede fünfte Gründung durch eine Person mit Migrationshintergrund vorgenommen. Ein Kurzfilm berichtet über das Format des Weiterbildungs-Workshops.
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"KoDa_eG": Marktplatz der Ideen in Offenburg

Interessierte und Engagierte aus Offenburg konnten sich am 19. November 2019 über Möglichkeiten der gemeinwirtschaftlichen Organisation der Daseinsvorsorge informieren. In diesem Rahmen stellten die Verbundpartner aus "KoDa_eG" das Modell der (Bürger*innen)Genossenschaften als ein Instrument vor, mit dem gemeinwirtschaftliche Strukturen in der Daseinsvorsorge gefördert werden können. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Teilnehmer*innen aktiv und formulierten eigene Projektideen für die Daseinsvorsorge in Offenburg.
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"Kommunen innovativ" goes video

In anschaulichen Kurzfilmen informieren mittlerweile rund 18 "Kommunen innovativ"-Verbundvorhaben schnell und konzentriert über ihre Ziele und Erfolge.
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"Wir sind das Land"

Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls werden Ergebnisse und Erfahrungen der Verbundvorhaben "fokusland", "LAZIKN2030" und "TransformBar" auf der Webseite vom Bundesforschungsministerium präsentiert. In den drei Projekten im Nordosten Deutschlands gestalten Menschen Gesellschaft. Sie führen grüne digitale Unternehmen, Jugendparlamente oder steuern E-Busse fürs Verkehrsnetz.
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LandVersorgt: Innovative Projekte der Nahversorgung gesucht

Mit dem Programm "LandVersorgt – Neue Wege zur Nahversorgung in ländlichen Räumen" will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) modellhafte und innovative Projekte fördern, die die Nahversorgung in den ländlichen Räumen verbessern und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Teilhabe und Daseinsvorsorge leisten. Projektskizzen können bis zum 31. März 2020 eingereicht werden.
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Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt ins Leben gerufen

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt ist ein gemeinsames Vorhaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sowie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Ziel der Engagementstiftung ist es, ehrenamtliches Engagement insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Regionen zu stärken.
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Forschungsprojekte zum Thema "Ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen" gesucht

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sucht im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) Forschungsvorhaben zum Thema "Ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen". Gefördert werden Vorhaben zur Entwicklung der ländlichen "Ehrenamts- und Engagementlandschaft", insbesondere der Rahmenbedingungen, der Strukturen und Organisationsformen sowie der Veränderungen und Wirkungen von ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement in ländlichen Regionen. Bis zum 31. März 2020 können Sie sich mit Ihrer Projektskizze bewerben!
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Wachsendes Engagement bei jüngeren und älteren Bevölkerungsgruppen

In einer aktuellen Studie behandelte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) die Frage, wie es um ehrenamtliche Betätigung der älteren Bevölkerungsgruppen beim Übergang von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand bestellt ist und inwieweit es in den letzten 30 Jahren gelungen ist, die jüngeren Generationen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen.
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Save the Date – Fachkonferenz 2020 der BMBF-Fördermaßnahme "Kommunen innovativ"

Was macht Kommunen innovativ? Die Fachkonferenz am 19. und 20. Mai 2020 blickt kurz vor Abschluss der Verbundprojekte auf die Ergebnisse der Fördermaßnahme zurück. In sechs Sessions werden spannende Ansätze präsentiert, die von Infrastruktur- und Mobilitätslösungen über die Zusammenarbeit mit neuen Akteuren und die Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente bis zum Flächenmanagement das Spektrum von "Kommunen innovativ“ abdecken. In Kürze finden Sie das Programm der Veranstaltung auf unserer Webseite -seien Sie dabei!
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"Kommunen innovativ" auf dem 13. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

Am 22. und 23. Januar 2020 veranstaltete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das 13. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Im Fachforum "Gemeinschaftlich finanzieren – Kooperations- und Finanzierungsmodelle für zukunftsfähige Kommunen" präsentierten die Verbundvorhaben "KoDa_eG", "Bürgerfonds" und "KIF" neue Ansätze zu Sicherung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge.
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Themenschwerpunkt "Innen entwickeln" in der PLANERIN 06/2019

Im Themenschwerpunkt "Innen entwickeln. Kommunikativ und kooperativ lebenswerte Orte gestalten" berichten acht Verbundvorhaben über Strategien zur Bewusstseinsbildung und Kommunikation in der Innenentwicklung, Ansätze um Flächenpotenziale zu erschließen, neue Finanzierungsinstrumente und Entscheidungs- und Planungstools. Mit dabei: "AktVis", "Bürgerfonds", "Flächenmanagement", "IER-SEK", "KIF", "KOMET", "LebensRäume" und "Ortsinnenentwicklung".
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Das Verbundvorhaben "MIGOEK" schließt im ersten Halbjahr 2020 sein Arbeiten ab. "Im Gespräch: …" berichten Jörg Lahner und Leonie Wagner von ihren Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem Projektverlauf. Sie reflektieren, wie neue Modelle und Instrumente in den Modellkommunen verankert werden können und welche Impulse die Wissenschaft in den Regionen setzen konnte.
Wie können migrantische Unternehmer*innen und Gründer*innen in ländlichen Regionen besser beraten und unterstützt werden? Mit dieser Frage befassten sich die Verbundpartner in "MIGOEK". Sie entwickelten und testeten Ansätze, um über die Bedarfe von Migrant*innen in der (Vor)Gründungsphase zu informieren, die beteiligten Akteure besser zu vernetzen und Berater*innen für diesen Bedarf weiterzubilden. Jörg Lahner ist Professor für Wirtschaftsförderung an der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK, Leonie Wagner Professorin für Pädagogik und Soziale Arbeit an der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen der HAWK. Beide haben im Projekt "MIGOEK – Migrantische Ökonomie für ländliche Kommunen" gemeinsam mit Praxispartner*innen aus den Landkreisen Cloppenburg, Holzminden und dem Werra-Meißner-Kreis untersucht, wie eine Verbesserung der Angebotsstrukturen für migrantische Gründungsinteressierte in ländlichen Regionen möglich ist.

Herr Lahner, Frau Wagner, mit welchen beispielhaften Herausforderungen Ihrer Region setzten Sie und die Projektpartner*innen sich auseinander?

Jörg Lahner: Bislang werden migrantische Existenzgründer*innen und Unternehmer*innen in ländlichen Regionen zu wenig wahrgenommen, und vor allem zu selten auch von den für Gründungen zuständigen Institutionen als Zielgruppe adressiert. Das ist eigentlich erstaunlich, da nicht zuletzt aufgrund negativer demographischer Entwicklungen und deren Folgen die Gründungen und Unternehmen von Bürger*innen mit Migrationshintergrund wichtige Potentiale darstellen. Sie füllen Versorgungslücken, sei dies im Bereich Pflege, Lebensmittel, Handwerk oder anderer Dienstleistungen, schaffen Arbeitsplätze und damit Einnahmen für die Kommunen und können in von Leerständen geprägten Innenstädten neue Impulse setzen.

Leonie Wagner: In ländlichen Regionen bestehen aber in der Regel weder spezifische Angebote, noch Kontakte zu migrantischen Organisationen, über die z. B. eine Ansprache der Zielgruppe stattfinden könnte. Zudem gibt es zwischen "Wirtschaft“ und "Integration“, d. h. zwischen Existenzgründungsberatungseinrichtungen und sozialen Diensten, die mit Migrant*innen arbeiten, selten Kontakte, so dass auch hier eine Vermittlungs- und Verweisungslücke besteht. Außerdem, so haben wir in unserer Untersuchung festgestellt, gibt es Sprachbarrieren in verschiedener Hinsicht: Zum einen brauchen einige Migrant*innen in Beratungssituationen eine sprachliche Unterstützung, zum anderen bedienen sich Berater*innen häufig einer Fachsprache, die selbst für Gründungsinteressierte ohne Migrationshintergrund eine Herausforderung darstellen kann. Hinzu kommen bei einigen Beratenden Vorstellungen über die "Gründer*innenpersönlichkeit“, der migrantische Gründer*innen nicht unbedingt entsprechen müssen. Das heißt, es geht neben Bedarfen an Information und Vernetzung auch um Weiterbildung in interkultureller Hinsicht.

Welche Lösungsansätze wurden in Ihrem Projekt entwickelt? Was können andere Regionen von Ihren Erfahrungen und Handlungsansätzen lernen?

Leonie Wagner: Ausgehend von den Bedarfen haben wir im Projekt "MIGOEK“ zusammen mit den Praxispartner*innen (Landkreise Cloppenburg, Holzminden und Werra-Meißner-Kreis) auf der Grundlage von wissenschaftlichen Analysen für die Bereiche Information, Vernetzung und Weiterbildung verschiedene Formate entwickelt. Im Bereich Information wurden zum einen Broschüren erstellt, in denen neben Grundinformationen zum "Gründen in Deutschland“ die in den Landkreisen vorhandenen Anlauf- und Beratungsstellen sowie die dortigen Ansprechpersonen verzeichnet sind. Die Broschüren gibt es als Print-Version und zum Download auf der MIGOEK-Webseite sowie auf den Webseiten der Landkreise . Zudem wurden niedrigschwellige Informationsveranstaltungen konzipiert, in denen die Mitarbeiter*innen des Projekts gemeinsam mit Praxispartner*innen Grundlagen der Existenzgründung vorgestellt und "erste“ oder auch weitergehende Fragen beantwortet haben. In den Bereich Information fällt auch eine Datenbank, die über bundesweit bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote für migrantische Gründungsinteressierte und Unternehmer*innen informiert und insbesondere Verantwortlichen für Gründungsberatung und Integrationsförderung eine Orientierung bieten soll. Ein weiteres Projekt in diesem Bereich sind die "Erfolgsgeschichten“. Hier werden erfolgreiche migrantische Gründer*innen aus den beteiligten Landkreisen in kurzen Video-Clips portraitiert. Sie berichten von ihren Gründungen und geben Gründungsinteressierten hilfreiche Tipps.

Jörg Lahner: Vernetzung war daneben ein besonders wichtiges Thema. In diesem Bereich haben wir zum einen Vernetzungsveranstaltungen organisiert und moderiert, zu denen Mitarbeiter*innen aus Existenzgründungsberatung, sozialen Einrichtungen und Mitglieder von Migrant*innenorganisationen eingeladen wurden. Auch wenn gewöhnlich davon ausgegangen wird, dass in ländlichen Strukturen "jede*r jede*n kennt“, kann das für die hier angesprochenen Personenkreise nicht bestätigt werden. Mit den Vernetzungstreffen sollten deshalb Informationen über die Arbeit der einzelnen Bereiche ausgetauscht und Netzwerkkontakte geschlossen werden, die bessere Verweisungsmöglichkeiten eröffnen. Ein weiteres, internes Format waren Vernetzungstreffen zwischen unseren Praxispartner*innen aus der Wirtschaftsförderung, die dem Austausch zwischen den beteiligten Landkreisen dienten und gut angenommen wurden.

Leonie Wagner: Bezogen auf Weiterbildung wurden von uns anfangs Schulungen zu interkultureller Kompetenz über das IQ-Netzwerk in allen beteiligten Landkreisen angeboten. Die Evaluation dieser Veranstaltungen ergab, dass die Teilnehmenden sich stärkere Bezüge zu ihren Arbeitskontexten wünschten. Da es bislang keine spezifischen Weiterbildungen gab, die interkulturelle oder diversitätsorientierte Inhalte mit Themen der Existenzgründung verbinden, haben die Mitarbeiter*innen des Projekts eine eigene Weiterbildung entwickelt: "Vielfalt in der Gründungsberatung“. Hier werden in verschiedenen Modulen zum einen Grundlagen von Diversität und zum anderen Beratungsmethoden vorgestellt und geübt, die auf die spezifischen Bedarfe zugeschnitten sind. Über das Angebot wurde ein Video erstellt, in dem auch Teilnehmende zu Wort kommen.

Was nehmen Sie aus dem gemeinsamen Forschungsprozess – von Wissenschaft und Praxis – mit?

Leonie Wagner: Es ist aus unserer Sicht hoch spannend, in der Forschung direkt mit der Praxis zusammenzuarbeiten. Durch den direkten Austausch und die Erfahrungen der dreijährigen Projektarbeit vor Ort haben wir eine Menge lernen und vielfältige Erkenntnisse – aus praxisbezogener und wissenschaftlicher Sicht – gewinnen können. Hinzu kommt, dass "MIGOEK“ sowohl auf der wissenschaftlichen, als auch auf der Praxisebene ein interdisziplinäres Projekt ist: "Wirtschaft“ trifft "Integration“ gilt insofern sowohl für die Wissenschaft (Planung, Soziale Arbeit und Wirtschaftsförderung), als auch für die Praxis. Das Projekt hat darüber hinaus insofern Neuland betreten, da die Perspektive auf Existenzgründungen in ländlichen Regionen bislang kaum in den Blick genommen wurde. Drei Jahre Projektlaufzeit haben sich vielleicht auch deshalb als zu kurz herausgestellt, um tatsächlich nachhaltige Strukturen aufzubauen und vor allem zu verankern.

Jörg Lahner: Für den gemeinsamen Erfolg eines solchen Projektes sind aber offensichtlich weniger die unterschiedlichen Rahmenbedingungen wie etwa Demografie, Wirtschaftskraft oder der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund entscheidend. Übergeordnet sind vielmehr Offenheit, Kooperationsbereitschaft und Commitment von Politik und Verwaltung unabdingbare Voraussetzungen, um Veränderungen herbeizuführen. Das gilt gerade auch für die operative Ebene. Die Bereitschaft, eigene Handlungsweisen zu hinterfragen, neue Themen zu erschließen und damit Mehrarbeit in Kauf zu nehmen sowie Weiterbildungsangebote anzunehmen, ist nicht nur eine strukturelle Frage, sondern hängt letztlich von der Einzelperson ab. Angewandte Forschung muss deshalb auf der operativen Ebene die "Willigen“ identifizieren und auswählen. Dies scheint der wichtigste Erfolgsfaktor, vor den verschiedenen Rahmenbedingungen. Die vermeintlichen Vorteile von überschaubaren ländlichen Strukturen sind außerdem zu hinterfragen. Etwa die Annahme "man kennt sich“ gilt zumindest für die Arbeitsbereiche Integration und Wirtschaftsförderung weitgehend nicht. Die Kenntnisse über die Akteur*innen und Aktivitäten des jeweils anderen Bereiches, vor allem auch über die Potenziale für die eigene Arbeit, sind meist sehr gering.

Leonie Wagner: Eine Vernetzung von Integration und Wirtschaftsförderung erfordert professionelle Unterstützung und geeignete Formate, geschieht also nicht von selbst. Generell gilt: wer die Unterstützungsangebote für migrantische Ökonomie verbessern und damit die Potentiale stärker nutzen will, braucht dafür Ressourcen, Interesse, Know-how und etwas Geduld.

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In dieser Rubrik finden Sie sowohl aktuelle Publikationen zum Thema demografischer Wandel, nachhaltige Entwicklung und innovative kommunale Strategien, als auch Publikationen, die im Rahmen der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ erscheinen


Anpassung städtischer Infrastrukturen im Stadtumbau unter Wachstums- und Schrumpfungsbedingungen
BBSR (Hrsg.), 2020 » weiterlesen
Innenentwicklung in städtischen Quartieren: Die Bedeutung von Umweltqualität, Gesundheit und Sozialverträglichkeit
Umweltbundesamt (Hrsg.), 2019 » weiterlesen
Neue Räume für die Produktive Stadt
BBSR (Hrsg.), 2019 » weiterlesen
Ist die Renaissance der Stadt am Ende? Eine Chance für ein neues Stadt-Land-Verhältnis
Hellweg, 2019 » weiterlesen
Bevölkerungsdynamik und Innenentwicklung in Mittelstädten
BBSR (Hrsg.), 2019 » weiterlesen
Der ländliche Raum neu gedacht
Ländliche Räume haben das Potenzial, sich zu "Möglichkeitsräumen" und einer Alternative zu Metropolregionen zu entwickeln. Wie das gelingen kann, wird auf der Konferenz diskutiert.
05.03.2020 bis 06.03.2020 | Schwerte
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Konferenz "Konflikt findet Stadt"
Wie können Konflikte im kommunalen Kontext bearbeitet werden? Jahrestagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.
06.03.2020 bis 08.03.2020 | Rehburg-Loccum
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Forum Aktive Bürgerschaft 2020
Wie gestalten wir Gesellschaft mit? Welche Ideen und Konzepte sind zukunftsweisend? Das Forum wendet sich an alle, die Zivilgesellschaft besser gestalten wollen.
11.03.2020 | Berlin
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DGD-Jahrestagung 2020
Demografischer Wandel in Mittel- und Osteuropa – Demografisches Verhalten seit 1990. Jahrestagung 2020 der Deutschen Gesellschaft für Demografie (DGD).
11.03.2020 bis 13.03.2020 | Dresden
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MobilEr 2020
Forschungskonferenz zu den Themen Mobilität und Erreichbarkeit, besonders in ländlichen Räumen.
17.03.2020 bis 18.03.2020 | Braunschweig
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Fachkräfte aufs Land! Strategien, Ansätze, Projekte
Für die meisten Branchen in ländlichen Regionen ist es eine Herausforderung, gut qualifizierte Fachkräfte zu finden. Die Tagung stellt Strategien und Ansätze vor, um Fachkräfte in ländliche Regionen zu holen.
17.03.2020 bis 18.03.2020 | Delbrück
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s:ne tF-Symposium 2020
Die Schader-Stiftung lädt zusammen mit der Hochschule Darmstadt zum tF-Symposium "Wege transformativer Forschung: Zielorientierung und Indikatoren" ein.
19.03.2020 | Darmstadt
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22. Münchner Tage für nachhaltiges Landmanagement
Die Konferenz befasst sich unter dem Titel "Digitalisierung@Land - Potentiale und Herausforderungen für ländliche Räume" mit Bedingungen, Folgen und Chancen des digitalen Wandels für die ländlichen Regionen.
18.03.2020 bis 19.03.2020 | München
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Digital Social Summit
Auf dem Digital Social Summit trifft sich die Zivilgesellschaft, um gemeinsam über digitale Instrumente, Debatten und Strategien zu sprechen.
23.03.2020 bis 24.03.2020 | Berlin
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Save the date: Fachkonferenz 2020 der BMBF-Fördermaßnahme "Kommunen innovativ"
Unter dem Motto "Was macht Kommunen innovativ?" findet die Fachkonferenz zum Abschluss der Fördermaßnahme statt.
19.05.2020 bis 20.05.2020 | Wuppertal
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Save the date: URP2020-Konferenz: "Sustainable and resilient urban-rural partnerships"
Die URP2020-Konferenz konzentriert sich auf nachhaltige und resiliente Stadt-Land-Partnerschaften und zielt darauf ab, neue Stadt-Land-Leitbilder zu diskutieren sowie Strategien und Projekte zu integrieren, die gegenwärtige und zukünftige Potenziale in Bezug auf Nachhaltigkeit und Resilienz ausloten.
25.11.2020 bis 27.11.2020 | Leipzig
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Wenn Sie diese E-Mail (an: diringer@difu.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Dieser Newsletter wird im Rahmen der Fördermaßnahme "Kommunen innovativ"
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung herausgegeben.

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Tel.: (030) 39001-189
E-Mail: komkomin@difu.de
www.kommunen-innovativ.de

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Geschäftsführer: Prof. Dr. Carsten Kühl, Dr. Busso Grabow